"Berlin leuchtet"
OptecBB mit einem neuen Schwerpunkt im Bereich der Lichttechnik
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Optische Technologien in Berlin und Brandenburg
"Berlin leuchtet", lautet das neue Motto des Kompetenznetzes Optische Technologien aus der Region Brandenburg (OptecBB). Mit einem neuen Schwerpunkt im Bereich der Lichttechnik will der Verbund von Firmen und Forschungseinrichtungen aus Optik und Optoelektronik seine innovative Strahlkraft unter Beweis stellen. Mit der Osram GmbH, in deren Spandauer Werk gestern das neue Konzept vorgestellt wurde, hat das Optec-Netzwerk einen wichtigen industriellen Player mit im Boot. "Berlin war früher international als Stadt des Lichts bekannt und hat die Chance, an diesen Ruf wieder anzuknüpfen", erklärte der Adlershofer Laserphysiker Ingolf Hertel als Sprecher des Netzwerks.
Heute sind in Berlin 17 Unternehmen und Forschungsinstitute mit zusammen 4000 Beschäftigten mit der Herstellung und Entwicklung von Leuchten und moderner Lichttechniken befasst. Größte Firma ist Osram mit 1800 Beschäftigten in Berlin. Das Unternehmen hat sich in den letzten fünf Jahren von der traditionellen Glühlampen-Fertigung an der Spree komplett verabschiedet und sich voll auf neue Lichttechniken wie Hochdruckentladungslampen spezialisiert. "Auf diese Weise konnten wir sogar die Pilotfertigung für die neue Generation von Autolampen aus den USA nach Berlin zurückholen", erläuterte der Berliner Osram-Werksleiter, Jürgen Waldmann. Mit dieser qualitativen Neuausrichtung sei auch der Standort Berlin auf Dauer gesichert. Bei dieser Hightech-Ausrichtung wird für Osram die Vernetzung mit Forschern der TU Berlin und Technik-Startups immer wichtiger.
In dieser Hinsicht hat das OptecBB-Netzwerk in den ersten zwei Jahren seines Bestehens (mit jetzt 86 Mitgliedern) vorzeigenswerte Arbeit geleistet, auch wenn nicht alle Blütenträume gereift sind. Das Unternehmen Mergeoptics, spezialisiert auf optische Übertragungstechniken für das Internet, ist trotz des Platzens der New Economy-Blase auf 20 Mitarbeiter gewachsen. "Dies aber vor dem Hintergrund", bemerkt Geschäftsführer Dag Neumeuer, "dass der weltweite Markt für Internet-Ausrüstung von einst 8 Mrd Dollar auf heute 1,5 Mrd Dollar jährlich geschrumpft ist". Inzwischen ziehe der Markt wieder an, allerdings nicht so stark, um diese Lücke wieder wettzumachen. Mergeoptics, eine Infineon-Ausgründung, die sich zum Marktführer für elektroptische Wandler gemausert hat, wird deshalb im kommenden Jahr voraussichtlich zehn neue Leute einstellen.
In fünf Themen-Netzwerken haben die Forscher und Firmen ihre optische Zusammenarbeit organisiert: neben optischen Technologien für Verkehr und Raumfahrt sind Internet-Anwendungen, Ultraviolett- und Röntgen-Technologien und biomedizinische Optik weitere Schwerpunkte. Insgesamt sind nach Erhebungen des Verbandes in der Region rund 270 Firmen mit einer Beschäftigtenzahl zwischen 8.000 und 12.000 in den optischen Technologien aktiv. Mit Zulieferern wird der regionale Gesamtumsatz durch die optischen Technologien auf 2 Mrd Euro jährlich geschätzt.
Die weitere Steigerung der Wertschöpfung liegt für Optec-Vorstand Hertel in der engeren Verknüpfung von Forschung und Industrie. Die "Blockbuster" der Zukunft liegen dabei womöglich zwischen den Disziplinen. So hat sich auch der Pharma-Hersteller Schering AG dem Optik-Netzwerk angeschlossen. "Wir arbeiten an optischen Kontrastmitteln, mit denen eine schonende Brustkrebsdiagnose möglich wird", berichtete gestern Schering-Forscher Michael Schirner. Die erste Patientenstudie in Berlin war zu hundert Prozent erfolgreich. Für die weitere Entwicklung sucht der Pharma-Riese jetzt nach lokalen Partnerfirmen. "Die Daten unserer Versuchsauswertungen schaufeln wir jede Nacht zu einem amerikanischen Diagnostik-Startup", so Schirner. "Das könnte aber auch in Berlin gemacht werden".
Manfred Ronzheimer
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